Seit ich vor knapp 3 Jahren wegen Donnas Verletzung mit dem Agi aufhören musste, habe ich von diesem Tag geträumt: endlich wieder Turnierluft zu schnuppern. Diese Grundspannung, die sich schon am Vorabend aufbaut, wenn das Auto gepackt wird. In aller Herrgottsfrühe nach einem schnellen Kaffee im Stehen den Hund ins Auto zu packen und zum Turnierort zu fahren. Schon bei der Ankunft ist man Teil einer anderen, für Langschläfer und nicht Agility-Verfallene, völlig fremden Welt. Teil eine Zeltstadt, Teil einer Schlange von Wartenden an der Meldestelle, Teil von aufmerksamen Beobachtern, wenn der Richter den Parcours abradelt. Dann Parcoursbegehung - in 5 Minuten nicht nur die Reihenfolge der Hindernisse merken, sondern auch noch die Ideallinie finden, Verleitungen erkennen und umgehen. Dann das Fiebern auf den Start. Kein Blut mehr in den Adern, nur noch pures, pulsierendes Adrenalin. Das Zeichen an den Start zu gehen. Position. Blick auf den Richter. Startfreigabe. Ein letztes zärtliches Signal für den Hund. Wir sind ein Team. Dann fällt die Leine - ich gehe die ersten Schritte in den Parcours - und die Welt wird plötzlich ganz still und leise, alle Anspannung fällt von mir ab, es gibt nur noch mich, meinen Hund und den Parcours. Und das ist wohl der Moment, warum ich mir das all die Jahre jedes Wochenende, an dem ich einen Startplatz ergattern konnte, angetan habe.
Morgen starte ich mit Hope auf unserem allerersten Turnier - vor einem Jahr hätte ich davon noch nicht mal ernsthaft zu träumen gewagt. Da waren Tunnel noch schreckliche alles verschlingende Monster, in die man auf keinen Fall reinlaufen darf - und Hürden waren unüberwindliche Hindernisse, bei denen man nie wissen konnte, was einen auf der anderen Seite erwartete. Die ersten Hürden lagen bei 20 cm - und selbst da wäre Hope noch am liebsten unten drunter durch.
Jetzt fliegt sie über 60 Zentimeter, fetzt durch Tunnel, überwindet Wand, Steg und sogar die Wippe - meistert den Slalom ... und morgen kommt es eigentlich nur auf unser, vor allem meine Nerven an ...
Was mich besonders freut: auch Donna darf mittlerweile wieder Agility machen und hat morgen noch mal einen Turnierstart.
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